16.12.05 09:23 Alter: 12 yrs
Von: Milan Slezák

Rahmeplan Stuttgart Berg, Artikel aus dem Wochenblatt


Bald haben Parkplätze privaten Charakter Rahmenplan Stuttgart-Berg: Stellplätze dem Bäderbetrieb fest zugeordnet Im Stadtteil Berg und seiner Nachbarschaft ist so einiges geboten. Neben dem Frühlings- und dem Volksfest auf dem Cannstatter Wasen sind die Mineralbäder Berg und Leuze, die Villa Berg, der SWR sowie die Parkanlage mit dem Schloss Rosenstein wahre Publikumsmagneten - was eine problematische Verkehrssituation mit sich bringt. In einem Rahmenplan der Stadt Stuttgart wurde der Stadtteil mit den vielen Aktivitäten genauer unter die Lupe genommen. Parkplätze mit privatem Charakter sollen die Lösung sein. BERG - 2139 Einwohner hatte Berg im Jahre 2002, der Grünflächenanteil pro Einwohner lag in diesem Jahr bei 94 Quadratmetern. Zum Vergleich: Durchschnittlich muss ein Stuttgarter sich mit 17 Quadratmetern grüner Fläche begnügen. Fünf Mal so viel Grünfläche stehen den Bergern also im Vergleich zu den Stuttgarter Bürgern zur Verfügung. Das ist schön, bedeutet aber auch, dass es besonders viele Leute hierher zieht. Das allerdings liegt nicht nur am herrlichen Park mit den Berger Sprudlern. In Berg treffen Spaziergänger auch auf Wasserratten, SWR- und Villa Berg-Neugierige, des weiteren im Herbst auf Volksfest-, im Frühling auf Frühlingsfestbesucher. Und die Wilhelma ist auch nicht allzu fern. Viele der Berg-Besucher kommen nicht alleine, sondern bringen, trotz der günstig gelegenen Haltestelle "Mineralbäder", ihr Auto mit. "Das ist auch einfach günstiger, wenn man mit der ganzen Familie und jeder Menge Badeutensilien unterwegs ist", ergreift Erster Bürgermeister Michael Föll in der öffentlichen Sitzung des Bäderausschusses Partei für die Autofahrer. Weniger verständnisvoll als ärgerlich zeigen sich die meisten Berger Bürger, welche die Verkehrssituation in Berg heftig kritisieren. Die Insellage des Stadtteils hat zur Folge, dass der Stadtteil, obwohl er im Osten und Westen von wichtigen Verkehrsadern umgeben ist, nur zwei Zufahrten hat: Im Osten über die Nißlestraße und im Südwesten über die Kuhn- und Steubenstraße. Die besondere Problematik liegt darin begründet, dass Quartierserschließung und Anfahrbarkeit der Parkplätze der Mineralbäder zusammenfallen. Nachdem auch der Verein Berger Bürger die herrschende Situation mehrfach beklagt hat, führte kein Weg an einem Rahmenplan der Stadt Stuttgart vorbei. Der Auftrag, einen solchen Plan für Berg zu erarbeiten, wurde an das Büro KPS vergeben. Die Bewältigung des vorhandenen und hinzukommenden Individualverkehrs ist Thema der Verkehrsuntersuchung des grünen Stadtteils. Beschlossen wurde, dass die Stellplätze im Bereich der Mineralbäder bewirtschaftet werden, dem Bäderbetrieb fest zugeordnet und weiterhin über die Nißlestraße und Karl-Schurz-Straße erschlossen werden. Das bedeutet, dass die "große Lösung", wovon die kostengünstige Variante die Stadt geschätzte 8 Millionen Euro gekostet hätte, des Vereins Berger Bürger - eine Anbindung der Parkplätze über einen Tunnel in der Villastraße - nicht umgesetzt wird. Mit der Parkplatzlösung als "erster wichtiger Schritt" sei der Verein ebenfalls zufrieden, versichert Stephan Oehler, Verkehrsplaner im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung. Das Augenmerk sei, erklärt Oehler, in der jetzt angestrebten Lösung "auf genügend Parkplätze gerichtet, damit jeder sofort auf seinen Parkplatz fahren kann und sich dadurch keine Staus ergeben". Zukünftig sollen die Parkplätze rund um das Bad Berg also - wie es das Leuze bereits praktiziert - von den Kur- und Bäderbetrieben bewirtschaftet werden, sodass ein privater Charakter entsteht und die Nißlestraße nicht mehr belastet wird. Die Parkplätze am Schwanenplatz sollen außerdem durch entsprechende Gebühr für alle, die die Stellplätze bislang als P&R-Plätze nutzen, nicht mehr attraktiv sein: 20 Euro müssen Ganztagesparker, die ab den Mineralbädern die U-Bahn nutzen, fortan zahlen. si Quelle: Stuttgarter Wochenblatt