17.07.06 19:00 Alter: 11 yrs

Berger Bürgerfest wirbt für neues Verkehrskonzept - Artikel aus der Cannstatter Zeitung


Stuttgart-Ost: Beim Bürgerfest wurde gefeiert und über die Verkehrs- und Bausituation diskutiert (vm) - Am Wochenende hat der Verein Berger Bürger das traditionelle Bürgerfest gefeiert. Den Gästen wurden aktuelle Infos über Aktivitäten des Vereins, das Verkehrskonzept für Stadtteil Berg vorgestellt und eine Auswahl an Kulturellem und Kulinarischem geboten. Kinder durften in einer Hüpfburg toben oder sich schminken lassen. Das Highlight der Veranstaltung war eine Fahrt mit dem Kran. Aus 70 Meter hoher Vogelperspektive konnten die Interessierten schöne Aussichten genießen und die Markierungen für den von den Bergern erwünschten Tunnel ansehen. Die Berger Bürger unternahmen gemeinsam mit Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch, Baubürgermeister Matthias Hahn und dem Ersten Bürgermeister Michael Föll einen Rundgang durch den Stadtteil Berg, in dem zur Zeit viele Veränderungen im Gange sind. Sie haben über Probleme und Erfolge der aktuellen und erst vor kurzem geplanten Umbauarbeiten diskutiert. Der Verein Berger Bürger hat bereits in den vergangenen drei Jahren während des Umbaus des Baur-Areals am Mühlkanal und auch des Geländes der ehemaligen Frauenklinik bewiesen, dass er kein "Verhinderungs-Verein" ist. Nun will er sich weiter aktiv an der Planung beteiligen. Eine dringende Verbesserung der Verkehrssituation in Berg ist nach Meinung des Vereins durch das Entstehen von etwa 200 neuer Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Frauenklinik, eines Kinderlandes im Mineralbad Leuze, eines Hotel- und Gesundheitszentrums notwendig geworden. Die Zahl der Einwohner steigt in den nächsten zwei Jahren von 2200 auf 3500. Allein das Mineralbad Leuze besuchen zur Zeit etwa 950 000 Personen pro Jahr, im Mineralbad Berg sind das etwa 300 000. Nach der Schätzung des Vereins benutzen nur etwa 30 Prozent der Bäderbesucher die öffentlichen Verkehrsmittel. So vermuten die Berger eine Zunahme des Individualverkehrs in den letzten 30 Jahren um das Fünffache. Eine Lösung der chaotischen Verkehrs- und Parksituation könnte ein Tunnel sein, der als Verlängerung der Cannstatter Straße Richtung Mineralbad Berg parallel zum Schwanentunnel erfolgen und eine separate Erschließung der Bäderachse darstellen soll. Das Tunnel-Konzept des Vereins wurde von der Stadt als ein technisch machbar eingestuft. Sein Nachteil: Die hohen Kosten von etwa sechs Millionen Euro. Da nach der Schätzung des Vereins die Ausgaben für die ganze Maßnahmen in Berg etwa 232 Millionen Euro betragen, sollten die sechs Millionen Euro für den Tunnel keine Hürde sein. "Durch das neue Verkehrskonzept wird nicht nur die gesamte Verkehrs- und Parksituation, sondern vor allem die Luft in der 'Grünen Lunge' Stuttgarts und auch die Freizeitqualität wesentlich verbessert", sagt Vereinssprecher Bernd Stimpfig. (c) Cannstatter Zeitung