17.07.06 20:00 Alter: 11 yrs

Zwei Bürgermeister heben über Mineralbad ab - Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten


Berger Bürgerverein für neues Verkehrskonzept 

Eine "natur- und lärmverträgliche" Zufahrt der Mineralbäder ist dem Verein Berger Bürger ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund hat er mehrere Bürgermeister eingeladen, gemeinsam die Verkehrsführung aus der Vogelperspektive zu lösen. VON HENDRIK KRUSCH Dieses Wochenende feierte der vor drei Jahren gegründete Verein das dritte Berger Bürgerfest auf dem Parkplatz bei den Mineralbädern. Des einen Freud war erneut des anderen Leid: Die vielen Sonnenhungrigen, die ins Mineralbad strebten, ärgerten sich über fehlende Parkplätze, während sich die Berger seit Jahren über den regen Besucherverkehr aufregen, der in die Wohnquartiere ausweicht. Doch auf dem zum Festplatz umfunktionierten Parkplatz wird ohnehin demnächst ein Hotel- und Gesundheitszentrum entstehen, und im Spätsommer soll einer der benachbarten Parkplätze für vier Millionen Euro zum Parkhaus ausgebaut werden. "Wir finden das Grundstück für ein Parkhaus zu schade", sagt Vereinsvorstand Bernd Stimpfig, der sich etwas Attraktiveres vorstellen kann. Doch ist er sich des Druckes durch den Parksuchverkehr bewusst. "In den vergangenen 30 Jahren haben sich die Besucherzahlen verfünffacht", sagt er, doch die Infrastruktur blieb unverändert. Als Sprecher von inzwischen 750 Berger Bürgern fordert er eine völlig neue Verkehrserschließung über einen neuen Tunnel, der parallel zum Schwanentunnel direkt beim Mineralbad Berg enden soll. "Das ist machbar und sinnvoll", hätten selbst Verkehrsplaner der Stadt bescheinigt, die zuerst eine Lösung entlang der Stadtbahnlinie favorisierten. Die Kosten eines Tunnels wurden mit rund sechs Millionen Euro beziffert. "Da kommen aber die Kosten für den Verkehrsknoten noch hinzu", meint Baubürgermeister Matthias Hahn. Mit Finanzbürgermeister Michael Föll war er der Einladung gefolgt und schaute sich bei einem Rundgang in dem Stadtteil um. Noch vor der abschließenden Fahrt in einer Krangondel in 70 Meter Höhe, aus der dank Markierungen die Tunneltrasse sichtbar wurde, versprach Hahn, dass der Gemeinderat nach der Sommerpause über den Vorschlag der Berger Bürger informiert wird. (c) Stuttgarter Nachrichten