17.07.06 18:00 Alter: 11 yrs

Anwohner feiern und informieren - Artikel aus der Stuttgarter Zeitung


Sommerfeste im Rossbollengässle und in Berg bieten mehr als rote Wurst, Hüpfburg und Musik 

Warum nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden? Das haben sich die Anwohnerinitiative Rossbollengässle und der Berger Bürgerverein gesagt und bei ihren Sommerfesten über ihre aktuellen Vorhaben im Stadtteil informiert. Von Mylena Decker Kein Straßenschild weist den Weg zum Rossbollengässle, das gut versteckt mitten im Stuttgarter Westen liegt. Zum unscheinbaren Hinterhofgrundstück kommt man über eine schmale Einfahrt zwischen den Gebäuden Rötestraße 65 und 67. Dort sitzen am oberen Ende des geschotterten Parkplatzes unter einem weißen Zelt Neugierige, Anwohner und Stadträte, die sich bei Musik und Gegrilltem über die Pläne zur Umgestaltung des kleinen Areals austauschen. Die Kinder kneten und malen, das erste Sommerfest ist trotz Konkurrenz gut besucht. Vor einem dreiviertel Jahr regte die 20 Mitglieder umfassende Anwohnerinitiative an, auf dem Grundstück eine Spiel- und Grünfläche mit Tiefgarage einzurichten. "Wir rannten bei den Gremien offene Türen ein", sagt Arne Braun, der Sprecher der Anwohnerinitiative. Mittlerweile wurden die Architekten Bez und Kock von der Stadt beauftragt, das Gebiet zu analysieren, um mehrere alternative Planungen zu machen. Im November soll der Gemeinderat darüber entscheiden. Zuvor werden die 400 Anwohner des Blocks befragt und zu einem Infotreffen mit den Architekten am 24. Juli eingeladen. Gefeiert wird auch in Berg mit Band, Hüpfburg und Kulinarischem. Besonders beliebt ist ein gelber Autokran, der den Besuchern einen Blick aus 70 Meter Höhe verschafft: ins Neckartal, zum Rosensteinpark und auf eine weiße Markierung im Gelände. Sie stellt die vom Bürgerverein vorgeschlagene Lösung einer unterirdischen separaten Zufahrt zu den Mineralbädern dar, denn die 2200 Einwohner des Stadtteils versinken im Verkehr der Bäderbesucher. "Eine direkte Zufahrt parallel zum Schwanentunnel wäre laut Stadtplanungsamt machbar, die Kosten lägen bei sechs Millionen Euro", sagt Bernd Stimpfig vom Verein Berger Bürger. Er beklagt, dass bisher ein Gesamtkonzept für den Stadtteil fehle. Auch Ullrich Möller hofft auf eine Entlastung vom Verkehr: "Während im Stadtteil rund 232 Millionen Euro investiert werden, ist die Infrastruktur aus den 70er-Jahren bisher unverändert geblieben." (c) Stuttgarter Zeitung