1.03.07 14:26 Alter: 11 yrs

Berger Bürger für Tunnel zu Bädern - SN Artikel


Der Streit um das Gesundheitszentrum bekräftigt den Verein Berger Bürger in seinem Kampf für eine Neuordnung der Infrastruktur im Stadtteil. Sein Vorschlag: Ein Tunnel zwischen Cannstatter Straße und Mineralbädern soll Berg vom Verkehr entlasten. VON FRANK ROTHFUSS Im Sommer und an den Wochenenden sind die Berger eine Minderheit im eigenen Stadtteil. Denn dann drängen zigtausende in die Mineralbäder und in den Park und blockieren mit ihren Autos die Straßen. Ganz zu schweigen, wenn wie im Vorjahr Volksfest und Landwirtschaftliches Hauptfest zusammenfallen und es quasi keine Parkplätze auf dem Wasen gibt: Dann kreiseln die Parkplatzsucher stundenlang durch Berg. "Vorsichtig geschätzt, besuchen gut 1,3 Millionen Menschen die Bäder und den Park in Berg", glaubt der Verein Berger Bürger. "Allein die Besucherzahl des Mineralbads Leuze hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten von 170 000 auf nahezu eine Million verfünffacht", sagt Sprecher Peter Kraft. "Die Infrastruktur hat man allerdings dieser Steigerung nicht angepasst." Wie einst fährt man über die Nißlestraße und die Kuhn-/Steubenstraße mitten durch den Stadtteil zu den Mineralbädern. Dass die Betreiber des geplanten Gesundheitszentrums auf dem Parkplatz des Mineralbads Berg ihr Scheitern beim Versuch, einen Hotelpächter zu finden, mit der "kleinräumigen Verkehrserschließung" begründen, ist Wasser auf die Mühlen der Berger Bürger. Am Mittwochabend stellten sie im Bezirksbeirat nochmals ihr Verkehrskonzept vor. Der Verkehr soll von der Cannstatter Straße über die Verlängerung der Reitzensteinstraße direkt zu den Bädern geführt werden - und zwar in einem Tunnel unter dem Berger Festplatz und unter den Gleisen der Stadtbahn hindurch. Zugleich soll die Zufahrt von der B 10 nur noch bis ins Wohngebiet an der Poststraße möglich sein. Für sechs Millionen Euro sei dieses Projekt zu verwirklichen, sagt Kraft, dies habe das Stadtplanungsamt errechnet. Dann habe die Stadt eine "zeitgemäße, zukunftssichere Zufahrt" zu den Bädern, die Zufahrt nach Berg könne man nur für Anlieger erlauben und im ganzen Stadtteil eine 30-Kilometer-Zone einrichten. Den Bezirksbeiräten erschloss sich der Sinn des Vorschlags. Der Bezirksbeirat Ost fordert die Stadtverwaltung auf, das Konzept des Bürgervereins so schnell wie möglich zu realisieren. (c) Stuttgarter Nachrichten