1.03.07 14:38 Alter: 11 yrs

Berger Bürger fordern Zufahrt zu den Bädern - SZ Artikel


Der Bezirksbeirat Ost will noch einmal auf die Gemeinderatsfraktionen der Stadt einwirken, um sie von dem Verkehrskonzept des Vereins Berger Bürger zu überzeugen. Ziel ist eine direkte Zufahrt zu den Mineralbädern.

Von Viola Volland

Seit Jahren klagen die Anwohner aus Berg über die Verkehrsbelastung in ihrem Stadtteil. Weil es keine direkte Zufahrt zu den Mineralbädern gibt, schlängeln sich deren Besucher mit ihren Autos durch die engen Berger Straßen. Unzumutbar sei die derzeitige Situation, sagte Peter Kraft, vom Verein Berger Bürger, gestern bei der Sitzung des Bezirksbeirats Stuttgart-Ost. Der Vereinsvorsitzende Bernd Stimpfig kritisierte zudem am Rande der Sitzung die von der Stadt geplante Überdeckelung der Kulturmeile. "Dafür ist Geld da, aber uns sagt man, sie hätten kein Geld", sagte Stimpfig.

Der Verein hat vor rund zwei Jahren ein Verkehrskonzept entwickelt, das den Stadtteil entlasten würde, indem eine eigene Zufahrt zu den Mineralbädern gebaut würde. Die Kosten für die Umsetzung belaufen sich nach einer Schätzung der Stadtverwaltung auf sechs Millionen Euro.

Der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost hat gestern gefordert, dass das Verkehrskonzept des Anwohnervereins so schnell wie möglich realisiert wird. Dieses hatte er bereits im Sommer 2005 abgesegnet. Weil bis heute nichts passiert ist, hat der Bezirksvorsteher Bernhard Kübler das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt. "Ich halte die Zufahrt für dringend notwendig", sagte Kübler auch in Hinblick auf das geplante Gesundheits- und Wellnesszentrum Berg. Mitte Februar war bekannt geworden, dass die Stadt einen neuen Investor für das Zentrum sucht. Der Investor Hans Ruland hatte keinen Hotelbetreiber gefunden und dafür die mangelhafte Verkehrserschließung über die Steubenstraße in Berg verantwortlich gemacht (die StZ berichtete).

Der Verein Berger Bürger fühlt sich durch diese Ereignisse in seiner Kritik bestätigt. Das Verkehrskonzept sieht vor, den Bäderverkehr vom Anwohnerverkehr zu trennen. Die Mineralbadbesucher und die Besucher des neuen Hotel- und Gesundheitszentrums am Schwanenplatz sollen über eine getrennte Zufahrt zu ihren Zielen kommen. Die Zufahrt soll laut Konzept parallel zum Schwanentunnel der B 14 entstehen, und zwar als eingefasste Straße. Außerdem wird eine Tempo-30-Zone für den gesamten Stadtteil gefordert.

"Die Stadt muss nur noch erkennen, dass sie selbst von der Zufahrt profitieren würde", betonte Bernd Stimpfig. Wer sich als Bäderstadt profilieren wolle, so die Argumentation des Vereins, müsse auch für eine angemessene Erschließung der Attraktionen sorgen. Schließlich würden im Jahr rund 1,3 Millionen Bäder- und Parkbesucher die Freizeiteinrichtungen in Berg aufsuchen. "Das ist sogar noch tief geschätzt", sagte Bernd Stimpfig.

Der Bezirksbeirat Ost will jetzt das Anliegen noch einmal in die Gemeinderatsfraktionen tragen. "Im Zuge der Haushaltsberatungen ist das jetzt der geeignete Zeitpunkt", sagte Bernhard Kübler. Der Bezirksvorsteher forderte die Mitglieder des Vereins Berger Bürger auf, auch selbst an die Fraktionen heranzutreten und für ihr Konzept zu werben. "Da muss man jetzt gehörig Druck machen", so Kübler. (c) Stuttgarter Zeitung