9.05.07 09:03 Alter: 10 yrs

Tunnel für Berg wird geprüft - SN Artikel


Fraktionen wollen vor Haushaltsberatungen Klarheit Die Idee, mit einem Tunnel eine neue Zufahrt zu den Mineralbädern Leuze und Berg zu schaffen, kommt der Realisierung ein Stückchen näher. Alle Fraktionen im Gemeinderat sprachen sich am Dienstag für die genauere Prüfung dieses Vorschlags aus.

VON JOSEF SCHUNDER

Bis zu den Etatberatungen im Herbst wollen die Fraktionen von der Verwaltung genauere Informationen über Kosten und Nutzen eines Tunnels, der den Verkehr von der Kreuzung Cannstatter Straße/Villastraße parallel zum Schwanentunnel der B 14 und unter der Stadtbahntrasse hindurch zu den Bädern leiten würde.

Die Grünen erklärten im Ausschuss für Umwelt und Technik, wenn die Idee sinnvoll und machbar sei, wolle man den Bau im Zuge der Haushaltsberatungen ernsthaft erwägen. Freie Wähler und FDP sprachen von einer eleganten Verkehrslösung für Berg, die SPD von einer "netten kleinen Sache, die Vorteile hat". Die CDU wollte zumindest mal "die Ampel auf leichtes Grün stellen", wenngleich die geschätzten Kosten von sechs bis acht Millionen Euro "viel Geld" seien und man an anderer Stelle Begehrlichkeiten schaffe würde.

Städtebaubürgermeister Matthias Hahn (SPD) nahm den Auftrag "für eine weitere Plausibilitätsprüfung" an und meinte, letztlich müsse der Gemeinderat entscheiden, ob sich der Aufwand für rund 5000 Kfz-Fahrten pro Tag lohne. Dies sei eine Frage der Prioritäten. Sinnvoll wäre der Tunnelbau nur, wenn die Autofahrer mit Restriktionen in Berg gezwungen würden, den neuen Weg zu nehmen. Dabei dachte Hahn vor allem an eine Anwohnerparkregelung. In Berg tue sich viel. Der Stadtteil müsse gegen zuviel Verkehr geschützt werden. Ob man auch die Durchfahrtmöglichkeit kappen sollte, sei ebenfalls zu prüfen. Die Leuze-Frühbader aus dem Raum Esslingen durch den Leuze- und den Schwanentunnel zur Cannstatter Straße und von dort in den neuen Tunnel zu den Bädern zu schicken, wenn man die Alte Poststraße schließe, schaffe Erschwernisse.

Ein Tunnel könnte auch als Zufahrt für das Hotel fungieren, das die Stadt samt Wellness- und Gesundheitszentrum am Mineralbad Berg errichten lassen würde. Nachdem sich die Stadt vom Klinikenbetreiber Hans Ruland als früherem Partner getrennt sowie Projekt und Immobilie neu ausgeschrieben hat, meldeten sich in den letzten Wochen sieben Interessenten, darunter namhafte Unternehmen, erklärte Erster Bürgermeister Michael Föll auf Anfrage. Man dürfe das allerdings nicht überbewerten. In der zweiten Stufe des Auswahlverfahrens müssen nun alle sieben Interessenten konkrete Nutzungsvorstellungen und Architekturskizzen beibringen. Noch vor den Sommerferien sollen die Stadträte entscheiden, mit wem die Stadt das Projekt verwirklicht. (c) 2007 - Stuttgarter Nachrichten