19.11.07 10:53 Alter: 9 yrs

Bürgerverein fordert neuen Tunnel in Berg - STZ Artikel


Der Verein Berger Bürger wird nicht lockerlassen, bis die Verkehrssituation in dem Stadtteil neu geregelt ist. Das hat der Vorstand bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Donnerstag klargemacht.

Von Michael Schoberth

Der Stadtteil Berg ist beliebt. Mehrere Bauprojekte sollen hier in den kommenden Jahren verwirklicht werden. "Nach der Landesmesse sind wir die größte Baustelle", sagte Bernd Stimpfig, der Vorstandssprecher des Vereins Berger Bürger. Immer mehr Menschen würden nach Berg ziehen und die Freizeitmöglichkeiten des Stadtteils nutzen wollen. Jedoch müsse ein neues Verkehrskonzept entwickelt werden, sagte Stimpfig. Der Verein bekräftigte bei seiner Jahreshauptversammlung am Donnerstag seine Forderung nach einer dritten Röhre im Schwanentunnel, die den Verkehr direkt zu den Parkplätzen bei den Mineralbädern leiten soll.

Stimpfig schätzt, dass die Einwohnerzahl von 2200 auf 3500 steigen wird. Ebenso würden rund eineinhalb Millionen Besucher pro Jahr die Mineralbäder Leuze und Berg sowie den Schlossgarten aufsuchen. Das sei natürlich sehr erfreulich. Jedoch würde fast der gesamte Verkehr durch die Steubenstraße rollen und zu chaotischen Verkehrssituationen führen. Vorstandsmitglied Ulrich Möller betonte, dass nur ein weiterer Tunnel dieses Problem lösen würde. Der Bezirksrat und die Fraktionen im Gemeinderat stehen der Idee aufgeschlossen gegenüber. Momentan wird eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt.

Auch die Parkplätze für die Anwohner seien knapp geworden, so Möller. Seitdem der Parkplatz bei den Bädern für Badegäste 50 Cent koste, würden diese ihre Autos immer öfter in den Wohngebieten abstellen und damit die Stellplätze der Anwohner belegen. Die Stadt habe den Bürgern angeboten, für 95 Euro im Monat auf dem Schwanenparkplatz zu parken. Dies stieß bei den Vereinsmitgliedern allerdings auf Ablehnung.

Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsarbeit wird die Villa Berg sein, die an den Investor Rudi Häussler verkauft worden ist. Dieser will die Villa restaurieren und in dem Park rund 100 Apartments bauen. Ebenfalls gebaut wird im Mühlenviertel. Dort hat vor einigen Wochen mit erheblichen Verzögerungen der zweite Bauabschnitt begonnen. Bürokratische Hürden seien der Grund dafür gewesen, sagte Lothar Dietl von der Nestwerk Stiftung, die für das Projekt verantwortlich ist. Insgesamt entstehen dort rund 200 Wohnungen unter anderem für Studierende und Senioren. Auch der Körperbehindertenverein wird in das neue Quartier umziehen. (c) Stuttgarter Zeitung