4.12.07 11:12 Alter: 10 yrs

Häussler plant Badhotel neben saniertem "Neuner" - SN Artikel


Stuttgarter Investor strebt weiteres Projekt mit dem Hotelier Heiner Finkbeiner aus Baiersbronn an
 

Die Villa Berg wollen sie zu einem Nobelhotel mit Spitzenrestaurant machen. Ein Griff nach den Sternen. Beim Mineralbad Berg möchten der Stuttgarter Investor Rudi Häussler und der Baiersbronner Hotelier Heiner Finkbeiner nun auch noch ein Badhotel schaffen.

VON JOSEF SCHUNDER

"Rudi Häussler ist eine konkrete Option", sagt Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU). Noch im Dezember möchte er den Stadträten den Vorschlag der Verwaltung unterbreiten, wie aus dem Mineralbad Berg ein Standort mit Hotelzimmern und Wellness werden könnte. Neben Häussler gebe es noch zwei andere Interessenten. Von einem kenne man bisher noch kein Konzept. Beim anderen dürfte es sich um das Unternehmen Frankonia Eurobau AG aus dem Rheinland handeln, das hier Stadtvillen, einen Wellnessbereich und ein Boardinghouse - also Langfrist-Hotelzimmer - errichten möchte.

Festlegen will sich Föll noch nicht. Was er über Häussler und sein Projekt sagt, klingt allerdings recht eindeutig. Häussler sei "einer der herausragendsten und verlässlichsten Investoren in der Stadt". Das vorgeschlagene Badhotel Berg mit vier Sternen, 133 Hotelzimmern, einem Wellness- und Spa-Bereich mit rund 1800 Quadratmetern, 28 Zimmern in einem Boardinghouse mit begrünter Dachterrasse sowie einer Tiefgarage mit 130 Stellplätzen erfülle rundum die Anforderungen, die die Stadt bei der Ausschreibung des Projektes formulierte. Denn die Stadt war mit dem Wunsch nach einem Hotel angetreten, das Touristen anzieht. Ihr ging es nicht um ein Boardinghouse.

Mit von der Partie wäre neben Häussler - wie beim Hotelprojekt in der historischen Villa Berg und in einem Neubau anstelle von Fernsehstudios - Heiner Finkbeiner von der Traube Tonbach in Baiersbronn. Der renommierte Hotelier rechnet damit, dass seine beiden Söhne in absehbarer Zeit aus dem Ausland zurückkommen und wie die Tochter im Familienbetrieb einsteigen. Auch darum hat er seit Jahren einen Ableger und eine Erweiterung des Geschäftsfelds für den Betrieb in Stuttgart anvisiert.

Mit Finkbeiner als Betreiber des Villa Berg Parkhotels und des Badhotels Berg würde man "individuelle Hotels" erhalten, urteilt Föll. Als Vier-Sterne-Haus, das auch als Businesshotel gedacht ist, spreche das Badhotel ein anderes Publikum an als das geplante Fünf-Sterne-plus-Hotel im Park. Der Wellnessbereich soll kein Gesundheitszentrum werden wie jenes, das der Klinikenbetreiber Hans Ruland plante, ehe sich sein Projekt mangels Betreiber für das geforderte Hotel zerschlug. Geschäftsreisende und Therapie, sagt Föll, würden in Häusslers Augen nicht ideal zusammenpassen. Häussler selbst bestätigte die Pläne am Montagabend auf Anfrage. Sie seien eine Ergänzung des Projekts in der Villa Berg. Für die Stadt hat Häussler ein zusätzliches Bonbon parat - und eine Bedingung. Das Projekt will er nur verwirklichen, wenn der Fortbestand des alten "Neuners", wie das Berger Bad bei seiner Fangemeinde heißt, erhalten wird. Das reizvolle sei ja gerade der Dialog aus modernen Neubauten und altem Bad.

Falls die Stadt ihm die sorgsame Sanierung des Bads ermöglicht, will Häussler wie vor Jahren im Fall des Bürgerzentrums Vaihingen nicht kleinlich sein und im Interesse seiner Heimat "zusammen mit der Stadt einen namhaften Betrag investieren". Die Sanierung solle die überdeckten historischen Besonderheiten wieder freilegen, aber den Schatz bewahren, den das "Neuner" für die Stuttgarter darstelle. Sein Konzept hat er im Rathaus abgegeben. Jetzt wartet er auf die Entscheidung. So bald die Baugenehmigung erteilt sei, könnte man bauen.
 
(c) Stuttgarter Nachrichten